Lesedauer von 5 Min.
14. November 2025
Lesedauer von 5 Min.
17. Oktober 2025
Lesedauer von 5 Min.
03. September 2025
Videodauer 5 Min.
17. November 2025
Video
Wenn eine persönliche Gesundheitskrise zu einer globalen Mission wird, sind die Auswirkungen beachtlich. Vanessa Carter, die als Patientin selbst den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen geführt hat, weiß das aus erster Hand. Ihre persönliche Erfahrung hat in ihr die Leidenschaft für die Interessensvertretung von Betroffenen und den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen geweckt.
Im Alter von 25 überlebte Vanessa einen verheerenden Autounfall, bei dem sie schwere Verletzungen davontrug. Nach jahrelangen Operationen stand sie erneut vor einem großen Problem: eine hartnäckige Infektion, die durch Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) verursacht wurde. Mit dieser Diagnose kam der Wille, sich für die Bekämpfung von AMR stark zu machen – eine Mission, an der sie bis heute festhält.
Vanessas Erfahrung unterstreicht eine kritische Tatsache: Zeitnahe, zuverlässige Diagnosen retten Leben. „Diagnostik sollte kein Mysterium sein – sie ist ein Rettungsanker“, sagt sie. Frühzeitige Tests hätten Komplikationen möglicherweise verhindern und ihre Genesungszeit verkürzen können. Heute ermächtigt Vanessa durch ihre Organisation, The AMR Narrative, Patienten und Gemeinschaften, gegen Antibiotika-Resistenzen vorzugehen.
Ihre Botschaft ist klar: Industrie, Ärzt/innen und Patient/innen müssen zusammenarbeiten. „Blicken Sie über den Tellerrand des Labors hinaus und betrachten Sie das echte Leben der Patienten und Patientinnen“, riet sie den Führungskräften von Cepheid. „Entwickeln Sie Tools, die klinisch wirksam, zugänglich, erschwinglich und kulturell relevant sind. Suchen Sie frühzeitig den Kontakt zu Patienten und Patientinnen – versuchen Sie, ihre Lebensumstände, Ängste und Hoffnungen zu verstehen. Wir müssen es zu unserem persönlichen Anliegen machen und zusammenarbeiten, denn davon hängen Leben ab.“
Sehen Sie sich Vanessas Geschichte hier an
Vanessa Carter: Vielen Dank, dass ich heute hier sein darf. Das bin ich, als ich 25 Jahre alt war. Das sind einige der letzten Fotos, die ich gemacht habe. Eines ist mit meiner Mutter, ein anderes zeigt mich, wie ich Weihnachtsgeschenke auspacke. Als ich 25 war, war ich in Johannesburg in einen Autounfall verwickelt. Ein Auto hat uns auf der falschen Straßenseite überholt. Der Fahrer ist ausgewichen, um eine Kollision zu vermeiden, aber unser Auto geriet ins Schleudern und prallte gegen eine Betonmauer.
Ich erlitt zahlreiche Verletzungen: eine schwere Bauchverletzung mit internen Blutungen, einen gebrochenen Beckenknochen, Verletzungen im Nacken und Rücken sowie ein schweres Hirntrauma. Ich erlitt mehrere Brüche im Gesicht. Ich hatte mir den Kiefer und die Nase gebrochen und erlitt eine sogenannte „Orbitabodenfraktur“. Damit verlor ich den gesamten Knochen unter meinem Auge. Ich verlor auch ein Auge und wurde dadurch teilweise blind.
Ich wurde am Straßenrand wiederbelebt und in ein öffentliches Krankenhaus gebracht. Dort kam ich auf die Intensivstation. Man gab mir eine Überlebenschance von 30 %. Ich musste mich diversen Operationen unterziehen.
Im sechsten Jahr dieser Operationen entwickelte ich eine Infektion. Ich wurde operiert und aus dem Krankenhaus entlassen, aber zwei Wochen später flammte die Infektion wieder auf. Dieser Ablauf wiederholte sich – Operation, Entlassung, Infektion – etwa 11 Monate lang. Schließlich wurde die in mein Gesicht implantierte Prothese entfernt. Der HNO-Arzt sagte mir, sie sei zwecks weiterer Tests eingeschickt worden. Das war das erste Mal, dass ich das Wort „Test“ hörte.
Ich rief im Pathologiebüro an und fragte: „Bitte, kann ich eine Kopie dieses Tests sehen?“ Ich konnte nicht verstehen, was an dieser Infektion so besonders war. Oben im Bericht stand: MRSA. Also begann ich, online zu recherchieren. „Was ist MRSA?“ Da stieß ich auf den Begriff Antibiotika-Resistenz. Da dämmerte es mir – aber warum hat mir das niemand gesagt?
Mein Kampf gegen MRSA dauerte drei Jahre. Ich sagte zu mir selbst: „Wenn ich das überlebe – mit 32, 33 Jahren – wenn ich von hier wegkomme, dann will ich etwas verändern.“ Nicht zu wissen, was eine Antibiotika-Resistenz ist, hätte mich fast das Leben gekostet.
Im Jahr 2013 begann ich, mich auf diesem Gebiet stark zu machen. Ich habe eine Wohltätigkeitsorganisation namens „The AMR Narrative“ gegründet, die sich darauf konzentriert, Patienten und Patientinnen und die Öffentlichkeit zu stärken und aufzuklären. Antibiotika-Resistenzen gelten als eine der 10 größten globalen Gesundheitsbedrohungen. Laut Prognosen werden sie bis 2050 mehr Todesfälle verursachen als Krebs. Wann immer ich mit Menschen spreche, erinnere ich sie daran: Bei Ihrer nächsten Infektion könnte das Antibiotikum wirkungslos sein, so wie es bei mir war. Wir müssen das zu unserem persönlichen Anliegen machen – unbedingt.
In meinem Fall war die Diagnostik ein Game-Changer. Ich habe großartige Menschen kennengelernt, die in der Diagnostik arbeiten und mir so viel beigebracht haben. Es erinnert mich daran, dass hinter all dieser Technologie Menschen stehen, die etwas bewirken wollen.
Deshalb halte ich es für so wichtig, dass wir zusammenarbeiten – denn letztendlich geht es um Menschenleben.
MEHR