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21. November 2025

ATEMWEGSGESUNDHEIT

Artikel

Warum die Art des Tests wichtig ist: PCR vs. Antigen in der ambulanten Atemwegsversorgung

Forschende von Cepheid haben herausgefunden, dass die Art der diagnostischen Untersuchung die Behandlungsentscheidungen in der ambulanten Versorgung beeinflusst1 – Entscheidungen, die sich auf die Bemühungen zur Eindämmung der Antibiotika-Resistenz auswirken können. Die Ergebnisse wurden auf der IDWeekTM 2025 (19.–22. Oktober; Atlanta, Georgia2), einer der weltweit führenden Konferenzen für Infektionskrankheiten, vorgestellt.



 

Zusammenfassung

Forschende von Cepheid führten eine retrospektive Analyse der EHR-Daten von Truveta (mit über 120 Mio. Patientenakten) durch und verglichen den klinischen Nutzen von PCR-Schnelltests (NAAT) mit dem von Antigentests zur Diagnose von influenzaähnlichen Erkrankungen (ILI) in ambulanten Einrichtungen. Die Studie konzentrierte sich auf Patient/innen, die zwischen Januar 2023 und April 2025 auf COVID-19, Influenza A/B oder RSV getestet wurden. Obwohl gemäß den Richtlinien molekulare Methoden für symptomatische Patient/innen vorzuziehen sind, wurden in etwa 75 % der Fälle bei Influenza und COVID-19 weiterhin Antigentests verwendet. Die Studie hat herausgefunden, dass Patient/innen, die per Antigentest getestet wurden, wesentlich häufiger Antibiotika erhielten – insbesondere bei negativen Testergebnissen –, was die diagnostischen und verwaltungstechnischen Vorteile von NAAT unterstreicht.

 
Die wichtigsten Erkenntnisse
  • Antibiotikaeinsatz: Patient/innen, die per Antigentest getestet wurden, wurden unabhängig davon, ob das Testergebnis positiv oder negativ war, häufiger mit Antibiotika behandelt als Patient/innen, die einen PCR-Test erhielten.
  • Diagnosesicherheit: PCR-Tests zeigten höhere Positivitätsraten für Influenza und COVID-19 (10,4 % vs. ~ 5.7 %), wodurch unnötige Antibiotikaverschreibungen reduziert werden könnten.
  • Modalitätspräferenz: Antigentests wurden vorwiegend für Influenza- und COVID-19-Tests verwendet, während PCR für RSV bevorzugt wurde (in 62 % der Fälle verwendet).
  • Klinische Implikationen: Bei einem negativen Antigentest wurden wesentlich öfter Antibiotika verschrieben, was darauf hindeutet, dass die geringere Sensitivität dazu führt, dass mehr empirische Behandlungen durchgeführt werden.


Warum das wichtig ist

Der übermäßige Einsatz von Antibiotika trägt zur Antibiotika-Resistenz bei, einer wachsenden globalen Gesundheitsbedrohung. Diese Studie unterstreicht, wie die Wahl des diagnostischen Tests Behandlungsentscheidungen beeinflussen kann, insbesondere in ambulanten Einrichtungen, in denen Nachsorgekapazitäten möglicherweise begrenzt sind. NAAT verbessern die Diagnosegenauigkeit und können so Ärzt/innen helfen, sicherere Entscheidungen zu treffen, den unnötigen Einsatz von Antibiotika zu reduzieren und sich besser an klinische Leitlinien anzupassen. Das ist besonders wichtig, da Atemwegsviren auch in Zukunft zirkulieren werden und ähnliche Symptome verursachen.

„Angesichts der bevorstehenden Erkältungssaison sind diese Erkenntnisse besonders relevant für Ärzt/innen, Verantwortliche im Gesundheitswesen und Diagnostik-Innovatoren, die sich mit der Eindämmung von Antibiotika-Resistenzen befassen“, sagte Jordan Chase, Hauptautor der Studie und Global Lead, Health Economics and Outcomes Research bei Cepheid. „Studien wie diese, die reale Praktiken untersuchen, sind als Informationsquelle für Initiativen zum verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika von entscheidender Bedeutung und unterstützen die patientenorientierte Versorgung überall dort, wo sie geleistet wird.“

 

Das Resultat

In der ambulanten Versorgung außerhalb von Krankenhäusern bieten schnelle NAAT-Tests ein zuverlässigeres Diagnosewerkzeug als Antigentests, was zu einem geringeren Antibiotikaeinsatz und einem verantwortungsvolleren Umgang mit Antibiotika führt. Da Gesundheitssysteme bestrebt sind, die Ergebnisse zu verbessern und Resistenzen zu reduzieren, sollte die Ausweitung des Zugangs zu hochsensitiven Tests wie PCR Priorität haben.

 
Möchten Sie mehr erfahren?

Lesen Sie das wissenschaftliche Poster, das auf der IDWeek 2025 vorgestellt wurde.



ID Week Infografik
  1. Chase, J., Mohandas, A., & Faukon, A. (2025, Oktober). Clinical utility of point-of-care NAAT compared to antigen testing for influenza-like illness outside of the hospital. Poster präsentiert auf der IDWeek 2025, Atlanta, GA, Vereinigte Staaten.
  2. Die IDWeek 2025TM ist eine jährliche Konferenz der Infectious Diseases Society of America (IDSA), der Society for Healthcare Epidemiology of America (SHEA), der HIV Medicine Association (HIVMA), der Pediatric Infectious Diseases Society (PIDS) und der Society of Infectious Diseases Pharmacists (SIDP). Unter dem Motto „Advancing Science, Improving Care“ präsentiert die IDWeek die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Ansätze von der Forschung bis zur Anwendung in der Prävention, Diagnose, Behandlung und Epidemiologie von Infektionskrankheiten, einschließlich HIV, über die gesamte Lebensspanne hinweg. Die IDWeek 2025™ findet vom 19. bis 22. Oktober im Georgia World Congress Center (285 Andrew Young International Blvd NW) in Atlanta, GA, statt. Weitere Informationen finden Sie unter www.idweek.org.
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